Überschussladen
Das Auto lädt ausschließlich mit Strom, der sonst eingespeist würde. Die Regelung folgt der Bewölkung im Sekundentakt und moduliert zwischen 1,4 und 11 kW — eine Zielvorgabe garantiert trotzdem den vollen Akku am Morgen.
Erneuerbare Energien
Photovoltaik, Wärmepumpe, E-Auto und dynamischer Stromtarif — als ein System gedacht, nicht als vier Einzelgeräte.
Die Hardware für ein weitgehend energieautarkes Einfamilienhaus gibt es längst von der Stange: PV-Module, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox. Was fehlt, ist selten die Technik — es ist die Vernetzung. Erst wenn alle Komponenten miteinander sprechen und eine zentrale Logik entscheidet, wohin jede Kilowattstunde fließt, wird aus Einzelgeräten ein System, das Kosten senkt statt nur Strom zu erzeugen.
Diese Seite beschreibt eine Referenzarchitektur: welche Komponenten in ein solches Haus gehören, welche Software sie verbindet und mit welchen Strategien das System Sonne, Strompreis und Bedarf gegeneinander optimiert. Genau diese Integrationsarbeit ist der Teil, den softleb übernimmt.
Kern des Systems ist eine Prioritätenkaskade: Für jede erzeugte Kilowattstunde entscheidet das Energiemanagement in Echtzeit, wo sie den größten Wert stiftet. Die Reihenfolge unten ist der Normalfall bei Sonnenschein — sie wird laufend gegen Strompreis, Wetterprognose und Ladestände neu sortiert.
Grundlast und laufende Verbraucher werden direkt gedeckt. Die selbst verbrauchte Kilowattstunde ist die wertvollste im ganzen System: Sie ersetzt Netzstrom zum vollen Arbeitspreis, statt nur die Einspeisevergütung zu erlösen.
Die SG-Ready-Wärmepumpe nutzt Überschuss, um den Warmwasserspeicher zu überhöhen und das Haus vorzuheizen — Wärme ist der günstigste Speicher im Haus. Ein stufenlos geregelter Heizstab verwertet als letzte Stufe auch kleinste Überschüsse.
Was Haus und Wärme nicht abnehmen, füllt die Batterie für Abend und Nacht. Ist für morgen viel Sonne prognostiziert, darf sie abends tiefer entladen werden — die Prognose steuert die Reserve.
Steht das Auto zu Hause, moduliert das Überschussladen die Ladeleistung sekündlich zwischen rund 1,4 und 11 kW — einphasig bei dünner Wolkendecke, dreiphasig bei voller Sonne. Zielvorgaben wie »bis 7 Uhr auf 80 %« bleiben dabei garantiert.
Erst der Rest geht ins Netz. Mit variabler Einspeisevergütung über Direktvermarktung lohnt es sich, Einspeisung aus der Batterie gezielt in die Abend-Preisspitze zu verschieben, statt mittags zum Tagestiefstpreis zu verkaufen.
Bei dynamischem Bezugstarif dreht sich die Kaskade nachts um: In den günstigsten Stunden lädt das Netz Batterie und Auto — bei negativen Börsenpreisen wird Verbrauchen sogar vergütet.
Die Stückliste eines solchen Hauses — mit dem, worauf es bei jeder Komponente für die Vernetzung wirklich ankommt: offene Schnittstellen und lokale Steuerbarkeit. Die genannten Produkte sind bewährte Beispiele, keine Bedingung.
Die Quelle des Systems. Eine Ost-West-Belegung liefert ein flacheres, längeres Erzeugungsprofil, das besser zum Tageslastgang passt als eine reine Süd-Spitze. Der Hybrid-Wechselrichter koppelt PV und Batterie auf der Gleichstromseite und ist die wichtigste Datenquelle des Energiemanagements — er muss lokal auslesbar und steuerbar sein, nicht nur über eine Hersteller-Cloud.
z. B.SMA Sunny Tripower Smart EnergyFronius Symo GEN24 PlusVictron MultiPlus-II
Verschiebt den Mittagsertrag in Abend und Nacht und ist zugleich das Arbeitspferd der Preisstrategien: netzdienliches Laden in Billigstunden, gezieltes Entladen in die Preisspitze. Entscheidend ist Steuerbarkeit — Ladeleistung, Entladesperren und Reserve müssen sich von außen setzen lassen.
Heizt Haus und Warmwasser mit einer Arbeitszahl von 3 bis 5 — aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Für die Integration zählt die Schnittstelle: SG-Ready ist das Minimum, ein natives Modbus- oder Herstellerprotokoll erlaubt echte Zieltemperatur-Steuerung statt bloßer Ein/Aus-Signale.
z. B.Vaillant aroTHERM plusPanasonic AquareaViessmann Vitocal
Warmwasser entsteht komplett elektrisch: primär durch die Wärmepumpe, ergänzt um einen stufenlos geregelten Heizstab, der auch 200 W Rest-Überschuss noch verwertet. Der überhöhte Speicher ist die billigste Batterie des Hauses — eine Kilowattstunde Wärmespeicher kostet einen Bruchteil einer Kilowattstunde Lithiumspeicher.
Für echtes Überschussladen braucht die Wallbox zwei Dinge: feine Stromregelung von 6 bis 16 A je Phase und automatische Phasenumschaltung, damit schon rund 1,4 kW Überschuss zum Laden reichen. Das Fahrzeug selbst liefert per API seinen Ladestand — ohne diesen Wert ist keine sinnvolle Ladeplanung möglich.
Regeln lässt sich nur, was gemessen wird. Ein saldierender Zähler am Netzverknüpfungspunkt liefert sekündlich Bezug und Einspeisung — die Führungsgröße jeder Regelung. Sub-Metering an Wärmepumpe, Wallbox und Heizstab macht die Flüsse im Haus sichtbar und Auswertungen belastbar.
Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) ist die Eintrittskarte: für dynamische Tarife, die den Börsenpreis in 15-Minuten-Schritten durchreichen, und für die variable Vergütung der Einspeisung über Direktvermarktung. Wärmepumpe und Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG senken zusätzlich die Netzentgelte.
Die Intelligenz des Hauses ist ein Software-Stack aus bewährten Open-Source-Bausteinen — von oben nach unten gelesen: vom Dashboard, das die Bewohner sehen, bis zum Rechner im Keller, auf dem alles läuft.
Ein Blick aufs Handy zeigt Erzeugung, Speicherstand, Ladeleistung und den aktuellen Börsenpreis. Bedienen heißt hier meist nur: Zielvorgaben setzen — den Rest entscheidet das System.
Home Assistant ist die Zentrale: Hier laufen PV-Prognose, Preissignal, Ladestände und Wetterdaten zusammen, hier leben die Automationen — Speicher überhöhen, Wärmepumpe anheben, §14a-Dimmsignale komfortschonend umsetzen.
EVCC ist der spezialisierte Regler fürs Auto: Überschussladen mit sekündlicher Nachführung, preisoptimierte Zielladung, Phasenumschaltung, Batterie-Priorisierung. Es kennt weit über hundert Wallboxen und die APIs der meisten Fahrzeuge.
Die Geräte sprechen unterschiedliche Sprachen — Modbus TCP, MQTT, OCPP, SG-Ready-Kontakte, herstellereigene REST-APIs. Ein MQTT-Broker als zentraler Datenbus entkoppelt die Komponenten; jede Regelschleife läuft vollständig lokal.
Ein sparsamer Kleinrechner trägt das ganze System, gepuffert durch eine USV. Messwerte landen in einer Zeitreihen-Datenbank für Langzeitanalysen; Fernzugriff läuft per VPN, die Konfiguration ist versioniert, Backups laufen automatisch.
Local-first als Prinzip: Jede Regelschleife läuft im Haus. Cloud-Dienste liefern nur Zusatzdaten — Preise, Prognosen, Fahrzeug-Ladestand — und ihr Ausfall bremst das System, statt es zu stoppen.
Erst die Vernetzung macht diese Strategien möglich — jede einzelne senkt Kosten oder erhöht den Eigenverbrauch, zusammen machen sie den Unterschied zwischen einer PV-Anlage und einem Energiesystem.
Das Auto lädt ausschließlich mit Strom, der sonst eingespeist würde. Die Regelung folgt der Bewölkung im Sekundentakt und moduliert zwischen 1,4 und 11 kW — eine Zielvorgabe garantiert trotzdem den vollen Akku am Morgen.
Mittags den 300-Liter-Speicher auf 60 °C überhöhen, statt für wenige Cent einzuspeisen: Der Warmwasserspeicher ist die günstigste Kilowattstunde Speicher im Haus und verschiebt PV-Energie in Dusche und Heizung am Abend.
Fällt die PV-Prognose schwach aus, laden Batterie und Auto in den günstigsten Nachtstunden des dynamischen Tarifs. Bei negativen Börsenpreisen zahlt der Markt fürs Verbrauchen — solche Stunden nimmt das System automatisch mit.
Mit variabler Vergütung ist nicht jede eingespeiste Kilowattstunde gleich viel wert. Die Batterie hält Energie zurück und speist gezielt in die Abendspitze ein — die Direktvermarktung macht aus der PV-Anlage ein kleines Kraftwerk am Markt.
PV-Ertrags- und Lastprognose entscheiden morgens, wie der Tag gefahren wird: Reserve in der Batterie oder freies Entladen, Wärmepumpenlauf in die sonnigen Mittagsstunden verschieben, Ladefenster für das Auto legen.
Wärmepumpe und Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtungen senken die Netzentgelte spürbar. Die seltenen Dimm-Signale des Netzbetreibers setzt das Energiemanagement automatisch um — mit Batterie und thermischer Masse merkt das im Haus niemand.
Typische Zielwerte eines Einfamilienhauses mit 10–15 kWp, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto — die genauen Zahlen hängen von Lastprofil, Dach und Standort ab.
softleb plant und baut die Vernetzung — herstellerunabhängig, auf offenen Standards, abgestimmt mit Ihrem Elektro- und Heizungsfachbetrieb.
Zur Einordnung: Elektro- und Heizungsinstallation gehören in die Hände eingetragener Fachbetriebe. softleb übernimmt Konzeption, Software und Vernetzung — und arbeitet dabei eng mit Ihrem Installateur zusammen.
Ob konkretes Projekt oder erst eine vage Idee — schreiben Sie kurz, worum es geht. Sie erhalten zeitnah eine ehrliche Ersteinschätzung, in der Regel innerhalb von ein bis zwei Werktagen.
Projekt anfragen